Von Sam P. 

Während meiner Studienzeit an der Jazzschule war ich sehr oft krank, lag mit Grippe im Bett und konnte nicht üben. Das betrübte mich enorm, denn ich wäre motiviert gewesen und wollte Gas geben, aber hatte nicht die Kraft dazu.

In der Bibel las ich von den sensationellen Heilungen um Jesus herum. Ist ja schön und gut, und warum werde ich nicht gesund, klagte ich? Eines Tages hielt ich meine Bibel zum Himmel empor und las Gott die Versprechungen vor, die er uns macht. "Ich nehme diese Worte ernst und will sie bewahrheitet sehen, sonst reisse ich diese Seite aus dem Buch und erzähle die Geschichten niemandem weiter!", schrie ich zu ihm.

Kurze Zeit später hatte ich einen schweren Velounfall und musste in die Röhre (Computerdomo oder so ähnlich). Meine ganze Birne wurde in Millimeterscheiben aufgezeichnet, um eventuelle Schäden zu erkennen. 
Alles war in bester Ordnung, Gott sei Dank. Ich nutzte die Gelegenheit, um den Arzt zu fragen, ob er eine Verengung meiner Stirnhöhlen sehe, die dafür verantwortlich ist, dass ich ständig Troubles mit meiner Gesundheit habe. Seine Antwort war: "Ihre Stirnhöhlen sind Vorzeigebeispiele für eine perfekte Bauweise!" Verständlicherweise konnte er kein Verständnis für meine ständigen Erkrankungen aufbringen. Er schaute mich prüfend von Kopf bis Fuss an, wobei sein Blick bei meinen halbkaputten Turnschuhen stehen blieb, und er fragte: "Haben sie auch warme Schuhe?" Denn es war Winter.

Ich nahm seinen Tipp der warmen Winterkleidung ernst und wurde seither viel weniger krank und lag deswegen selten im Bett. Wollte sich dann doch wieder ein Virus einschleichen und Unwesen treiben, nahm ich die von Gott geschenkte Gesundheit in Anspruch und erklärte, dass ich mit dem warmen Schuhwerk meinen Teil auch dazu tue. Dutzende Male zog die Grippe an mir vorüber und die demotivierenden Betttage blieben mir erspart. 


Zwei Tage vor dem Männertag vom 22. Oktober 2005 hatte es mich aber seit langem wieder einmal grausam erwischt, und ich lag krank, geschwächt und mit starken Kopfschmerzen im Bett. "Das darf doch nicht wahr sein! Ich hatte mich so auf den Worship am Männertag gefreut und bis ich wieder gesund bin, dauert es erfahrungsgemäss fünf Tage." Ich betete um ein Wunder, aber meine Nase tropfte weiter. Ich hätte sie am liebsten wegmontiert und ersetzt. Mein Kopf fühlte sich an wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm. Einen guten Grund für diesen Zustand konnte ich nicht finden und ein Heilungswunder wollte nicht so eintreffen, wie ich mir das wünschte. Dies verstand ich nicht wirklich.

"Ist es denn normal, dass da nichts geschieht, wenn ich Gott darum bitte? Ich will am Männertag gesund dabei sein und im Worship spielen. Ich will Ermutigung erhalten sowie eine Ermutigung sein für die vielen Männer, die an diesem Tag dabei sind, weil sie sich wünschen, dass sie von Jesus gebraucht werden, um Veränderung in unserem Land zu erwirken."

Ich gab die Hoffnung nicht auf und sagte mir unzählige Male, dass ich im Namen des Höchsten gesund sei. Ich konnte bis in die Morgenstunden kein Auge zu tun und die Frage, warum nichts geschehe wühlte mich auf. "Was ist denn los, was läuft da verkehrt?"

Knapp zwei Stunden vor unserem Aufbruch mit der Band schlief ich dann endlich ein und wachte fast gesund wieder auf, ein bisschen Hustenreiz, das war alles. "Sie lügt also doch nicht, die Bibel", dachte ich mir und war rundum dankbar, dass ich an diesem Tag gesund dabei sein konnte.

Zu meinem Erstaunen wurde am Männertag genau über meine Frage bezüglich der Heilungen Gottes gesprochen. Anhand des Wortes Gottes erklärte Daniel Hari, dass es grundsätzlich so sein sollte, dass wenn wir für Kranke beten, auch etwas geschehe und nicht umgekehrt. Dieser Ansicht war ich ja eigentlich auch. Doch an diesem Tag wurde mir neu bewusst, dass es dabei nicht auf unsere Heiligkeit und unsere gefüllten Himmelskonten ankommt, ob dann auch etwas geschieht. Nein, es ist vielmehr unser schlichter Auftrag, für Kranke zu beten und sie im Auftrag von Jesus zu heilen. Einfache, klare Worte, keine stundenlangen Rituale und schwierige geistliche Übungen. Im Namen Jesu: Hand, Nase oder was auch immer, sei gesund!

Ein Kinderspiel. Es erinnerte mich an meine Bekehrung: Durch die einfachen Worte. "Jesus, ich nehme dich an, komme in mein Leben!", konnte ich meine Errettung in Anspruch nehmen. Sagen wir denn nicht, eine Umkehr sei das grösste Wunder, ja eigentlich eine Auferstehung vom Tod ins Leben? Da ist doch die Heilung einer Krankheit eine kleinere Nummer....


Motiviert probierte ich zuhause aus, was wir an diesem Tag vorgeführt bekamen. Meine Freundin bekam urplötzlich einen Hautausschlag. Ich betete kurz, er solle im Namen Jesu verschwinden. Nichts geschah. Ich fragte sie, ob sie glaube, dass Jesus dies heilen könne... "Klar doch!" "Und dass er auch will?" "Tja ..." Gemäss Daniel Haris Auslegung ist es Jesus eine Freude zu heilen, und genau diese Begründungen gab ich ihr weiter und sie glaubte. Nach dem nächsten Gebet verschwanden die Pickel mehr und mehr, bis man nach kurzer Zeit nur noch erkennen konnte, wo sie einmal waren.

Geprägt von dieser Erfahrung gaben wir Jesus die Gelegenheit, einen Kopfwehkandidaten zu heilen. Es funktionierte. Kurze Zeit später klagte eine liebe Person aus der Gemeinde über Übelkeit, die sie die letzten Tage plagte und die nicht weg wollte. "Im Namen Jesu: Übelkeit weiche!" Drei Tage später erzählte sie mir am Telephon, dass ihr danach nicht mehr übel war. Doch nun plagten sie Rückenschmerzen. So betete ich erneut. Doch nichts geschah. Gemäss unserem Verständnis der heiligen Schrift und dem Erlebten konnten wir das aber nicht so hinnehmen. "Im Namen Jesu: Rücken werde gesund und Schmerz: zieht ab!" Daraufhin wurde es besser. Doch wir gaben nicht auf. Wir wollten in seinem Namen vollständige Heilung in Anspruch nehmen. Zwei Wochen später gab die Frau in der Gemeinde Zeugnis, dass sie nach diesem Gebet keine Schmerzen mehr hatte. 

Das ist doch wunderbar! Ich glaube, dass es nicht einfach normal sein muss, dass in unseren Breitengraden Heilungsgebete unerhört bleiben, im Gegenteil. Es ist Jesus eine Freude, seine Wunder zu wirken, und ich bete darum, dass wir weiterhin die Gelegenheiten packen, welche Jesus die Möglichkeit geben, sich zu verherrlichen. Es soll normal sein, dass unser Gott Wunder wirkt, wenn seine Kinder ihn darum bitten!